
Vom 18. bis 21. Mai 2026 nahm die Stadt Pezinok als Lead-Partner des grenzüberschreitenden Kooperationsprogramms Interreg Slowakei – Österreich und des Projekts CoDe MoRe gemeinsam mit Projektpartnern an einer fachlichen „Best Practice“-Exkursion in den UNESCO Global Geopark Karawanken – Karavanke im österreichischen Kärnten teil. Das gemeinsame Programm der Partner des Geoparks Kleine Karpaten – NO Barbora, des Biosphärenparks Wienerwald und der Wirtschaftsagentur Burgenland GmbH (Naturpark Rosalia-Kogelberg) bot zahlreiche Inspirationen in den Bereichen Biodiversitätsschutz, Geodiversität und nachhaltige Regionalentwicklung.

Kärnten ist eine Region, in der Naturschutz besonders sensibel mit dem täglichen Leben der lokalen Gemeinschaften, dem Tourismus und der Umweltbildung verknüpft wird. Der besuchte UNESCO Global Geopark Karawanken – Karavanke ist zudem außergewöhnlich, da er sich über das Gebiet von Österreich und Slowenien erstreckt und als lebendiger Beweis dafür dient, dass die Natur keine Grenzen kennt. Gebirgsmassive, Karstgebiete, Flussökosysteme und das geologische Erbe verbinden hier die Landschaft ganz natürlich, ungeachtet administrativer Grenzen.
Geodiversität als Erlebnis und Bildung
Während des Aufenthalts hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, das moderne Interpretationszentrum Geo.Dom auf der Petzen/Peca zu besuchen, wo sie die geologische Geschichte der Region und Methoden zur Präsentation des Naturerbes für die Öffentlichkeit kennenlernten. Eine große Inspiration war vor allem, wie der Geopark Fachwissen mit interaktiven und erlebnisorientierten Bildungsformen verknüpft.

Ein eindrucksvolles Erlebnis war auch der Besuch der Obir-Tropfsteinhöhlen und des ehemaligen Bergwerks Mežica, die zeigen, wie historisches Bergbauerbe behutsam in ein modernes und nachhaltiges Tourismusprodukt transformiert werden kann. Die Teilnehmenden konnten konkrete Beispiele für die Verknüpfung von Naturschutz, Umweltbildung und Geotourismus besichtigen.

Ergänzt wurde das Programm durch Aktivitäten zu den Themen Biodiversität, Landschaftsschutz, Wasserökosysteme und Management von Schutzgebieten. Die Teilnehmenden unternahmen eine Schifffahrt auf der Drau, besuchten das Naturdenkmal Wildensteiner Wasserfall sowie die archäologische Ausgrabungsstätte Hemmaberg. Teil des Programms waren auch Fachdiskussionen über den Schutz von Wasserressourcen, die Anpassung der Landschaft an den Klimawandel, die Besucherlenkung in Schutzgebieten und die Möglichkeiten der Verknüpfung von Naturerbe mit Umweltbildung und nachhaltigem Tourismus.


Inspirationen für Pezinok und das Projekt CoDeMoRe
Die Exkursion bestätigte zudem, dass viele in Kärnten funktionierende Prinzipien bereits heute schrittweise eine große Inspiration für das Gebiet von Pezinok sind. Im Rahmen des Projekts CoDeMoRe entsteht ein neuer Lehrpfad mit spielerischen, interaktiven und haptischen Elementen, der Biodiversität, Weinbautradition, Geschichte und Geodiversität der Region verbindet.
Besucher lernen die Landschaft während des Spaziergangs auf erlebnisreiche Weise kennen – durch Themenbänke, Informationspunkte, ein Feuchtgebiet, Steinmauern oder eine Waldbeobachtungsstation. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist auch die Einrichtung eines Klassenzimmers im Grünen beim Perecký dom, das Schulen und der breiten Öffentlichkeit für die Umweltbildung direkt im Gelände dienen wird.

Das Projekt bringt zudem eine Modernisierung des Städtischen Informationszentrums in Pezinok mit sich, wo ein interaktiver Präsentationsraum entsteht, der dem Natur- und Kulturerbe der Region gewidmet ist. Besucher werden mithilfe moderner Technologien die Kleinen Karpaten, die Geodiversität des Gebiets, archäologische Fundstätten sowie die Partnerregionen des Projekts entdecken können.

Die Landschaft als Raum für Entdeckungen
Die Erfahrungen aus Kärnten haben gezeigt, dass Naturschutz gleichzeitig ein Impuls für die Regionalentwicklung, die Unterstützung lokaler Gemeinschaften und den Aufbau einer Beziehung der Menschen zur Landschaft sein kann. Pezinok und die Kleinen Karpaten verfügen in dieser Hinsicht über großes Potenzial – die Weinbaulandschaft, das Naturerbe, die Geschichte und moderne Bildungsformen zu einem funktionierenden und nachhaltigen Ganzen zu verknüpfen.
Das Projekt CoDeMoRe bringt somit nicht nur neue touristische Elemente, sondern vor allem eine neue Art der Wahrnehmung der Landschaft – als Raum für Entdeckungen, Lernen, Erholung sowie die gemeinsame Sorge um die Natur, die uns über Grenzen hinweg verbindet.



