Die Stadt Pezinok ist aktiver Partner des internationalen Projekts – der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit CoDeMoRe (Common Development of the Model Regions), das sich dem Schutz und der Stärkung der Bio- und Geodiversität in den Regionen widmet. Vom 9. bis 10. April 2025 trafen sich Vertreter der beteiligten Organisationen im Biosphärenpark Wienerwald in Österreich, um Erfahrungen und Erkenntnisse im Bereich des nachhaltigen Landschaftsmanagements auszutauschen.

Das Treffen fand in der äußerst inspirierenden Umgebung des Biosphärenparks Wienerwald (BPWW) statt, der 2005 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt wurde. Bereits der erste Tag bot den Teilnehmern zahlreiche Impulse – beim Besuch des Aussichtspunkts Cobenzl und der Kernzone Latisberg erfuhren sie mehr über die Struktur des Biosphärenreservats, seine Einteilung in Zonen sowie die Funktionsweise der Informationsstellen für die Öffentlichkeit. Als fachkundiger Begleiter fungierte der Direktor des BPWW, DI Andreas Weiß.

Großes Interesse weckte auch das Projekt Dorfplatz STAW in der Gemeinde St. Andrä-Wördern, wo ein ungenutztes Wirtschaftsgebäude in ein Gemeinschaftszentrum mit Schwerpunkt auf nachhaltiger Entwicklung, lokaler Produktion und Förderung der Zusammenarbeit umgewandelt wurde. Geführt wurden die Teilnehmer von den Projektgründern unter der Leitung von Barbara Resl.

Der Nachmittag war einem interaktiven Planspiel gewidmet, das Entscheidungsprozesse bei der Schaffung unberührter Kernzonen in intensiv genutzten Landschaften simuliert. Das Spiel ermöglichte es den Teilnehmern, in die Rollen verschiedener Interessengruppen zu schlüpfen – Förster, Jäger, Naturschützer und Tourismusführer – und gemeinsam zu einer Kompromisslösung zu gelangen. Geleitet wurde das Spiel von der Projektmanagerin des BPWW, Nina Kovacs, MSc. Die Stadt Pezinok, der Biosphärenpark Wienerwald, der Naturpark Rosalia-Kogelberg und die gemeinnützige Organisation Barbora gestalteten gemeinsam Modelllandschaften, bei deren Entwicklung jede beteiligte Gruppe im Rahmen von Diskussionen ihre jeweiligen Interessen vertrat.

Der zweite Tag stand im Zeichen der Erkundung vor Ort – bei einer Wanderung auf den Troppberg lernten die Teilnehmer die Prinzipien des Schutzes von Kernzonen sowie die Herausforderungen kennen, die sich aus dem Spannungsfeld zwischen Naturschutz und forstwirtschaftlicher Nutzung ergeben. Fachliche Erläuterungen gab Dr. Alexandra Wieshaider von den Österreichischen Bundesforsten, die vielfältige Fragen beantwortete – unter anderem zur Jagd in diesem Gebiet, zur natürlichen Waldverjüngung sowie zu wasserrückhaltenden Maßnahmen in der Kernzone.

Den Abschluss des Treffens bildete eine Besichtigung der Thermenregion sowie der Trockenrasenflächen rund um die Gemeinde Gumpoldskirchen. Diese wertvollen Lebensräume erfordern ein sensibles Management und gezielte Pflegemaßnahmen, etwa durch die Wiederherstellung von Steinriegeln und traditionellen Elementen der Kulturlandschaft. Auch hier führte DI Andreas Weiß durch das Programm.

Das zweitägige Treffen war äußerst wertvoll im Hinblick auf den Erwerb von Fachwissen, den Aufbau von Partnerschaften und eine hervorragende internationale Kommunikation. Die Teilnehmer gewannen zahlreiche konkrete Erkenntnisse, die im Rahmen der Umsetzung des Projekts CoDeMoRe in der Region Pezinok angewendet werden. Der Schutz des Naturerbes, die Förderung der Bio- und Geodiversität sowie die damit verbundene verantwortungsvolle Landnutzung sind zentrale Werte, die Pezinok dank dieser Zusammenarbeit weiter ausbauen wird.