Auf einer Anhöhe inmitten eines Eichenwaldes oberhalb von Pezinok steht ein unscheinbarer, aber eindrucksvoller und den Einwohnern von Pezinok wohlbekannter steinerner Torso des sogenannten Bergmeisterhauses (Peregský dom). Lange Zeit war das Häuschen von Mythen und Legenden umwoben. Erst die in den Jahren 2024–2025 vom Kleinkarpaten-Museum in Pezinok unter der fachlichen Leitung der Archäologin Lenka Choma Soročinová durchgeführte archäologische Untersuchung lieferte Antworten auf Fragen zu seinem Ursprung, seiner baulichen Entwicklung und seiner Funktion.

Die Forschung fand im Rahmen des grenzüberschreitenden Kooperationsprojekts Interreg SK–AT – CoDeMoRe (Common Development of Model Regions) statt, das auf die Erforschung, den Schutz und die Zugänglichmachung des kulturellen Erbes im slowakisch-österreichischen Grenzgebiet abzielt. Auch dank dieser Zusammenarbeit gelang es, eine der weniger erforschten historischen Stätten von Pezinok detaillierter zu untersuchen.

Von den Weingärten zum gemauerten Haus

Wenn Sie sich in der Umgebung der Ruine genauer umsehen, bemerken Sie im Gelände Terrassen, Steinmauern und mächtige Aufschüttungen. Diese verraten, dass der heutige Eichenwald einst eine offene Weinbaulandschaft war. Erhaltene Lesesteinmauern (Steinmauern, die die Hänge stützen und Parzellen trennen) zeugen bis heute von der Arbeit der einstigen Weinbauern.

Während der archäologischen Grabungen wurden mehrere Funde gemacht, wie etwa Keramikscherben, ein Kupferkreuzer aus dem Jahr 1800 oder verschiedene Arten von Munition. Die ältesten Keramikscherben stammen bereits aus dem 15. Jahrhundert, was darauf hindeutet, dass der Ort schon im Spätmittelalter genutzt wurde, wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Weinbau.

Das gemauerte Gebäude selbst entstand nach den Ergebnissen der Untersuchung, die auch durch Radiokarbondatierung bestätigt wurden, irgendwann im Zeitraum vom 16. bis zur ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Ursprünglich war es größer als die heutige Ruine, der Grundriss hatte Maße von 8 × 6,3 Metern. Es wurde aus lokalem Stein errichtet, der mit hochwertigem Kalkmörtel verbunden war; einige Teile (wahrscheinlich ein Ofen oder Schornstein) waren aus Ziegeln gemauert.

Die Wände waren innen und außen weiß verputzt und das Dach war mit Holzschindeln gedeckt. Zum Eingang führte wahrscheinlich eine Steintreppe, und aus dieser ältesten Phase ist auch ein kleines Fenster in der Nordwestwand erhalten geblieben. Das Gebäude ging jedoch nach einiger Zeit infolge eines verheerenden Brandes unter.

Wiederaufbau und neuzeitliche Anpassungen

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Objekt wiederhergestellt, allerdings nur noch in etwa halbem Umfang. Ein neuer Eingang entstand in der Mitte der Südostwand, und ihm gegenüber befand sich ein großes Fenster. Der Innenraum hatte einen Holzboden und Putze mit gemalten Blumenornamenten.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfuhr das Gebäude eine weitere Umgestaltung – es erhielt eine neue keramische Dacheindeckung, neuen Putz sowie neue Türen. Wahrscheinlich in der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde es verlassen. In der Folge zerfiel ein Teil des Mauerwerks, und einige Abschnitte wurden später durch einfache Aufmauerungen ergänzt, wodurch das heutige Erscheinungsbild einer romantischen Ruine entstand.

Archäologische Funde deuten darauf hin, dass das Objekt vor allem den Weingartenhütern oder den Mitarbeitern des sogenannten Bergmeisteramtes (perecký úrad) diente, welches die Weinbauangelegenheiten verwaltete. Inwieweit es vom Bergmeister (pereg) selbst, also dem höchsten Vertreter dieses Amtes, genutzt wurde, lässt sich bisher nicht mit Sicherheit bestätigen.

Sicher ist jedoch, dass das Bergmeisterhaus keine gewöhnliche Weinberghütte war. Es handelte sich um ein qualitativ hochwertig errichtetes Gebäude mit mehreren Bauphasen, das seinen Platz in der Geschichte des Weinbaus von Pezinok hatte und heute ein wertvolles Zeugnis für die Entwicklung der Kulturlandschaft der Kleinen Karpaten darstellt.

 

Funde: Bleikugel, Münze aus dem Jahr 1800, Metallknopf, Nägel, Scherbe vom Rand eines mittelalterlichen Gefäßes, Scherbe vom Rand eines neuzeitlichen Gefäßes, gebrannter Ziegel